Das Land der regionalen Unterschiede

21. Februar 2017 at 23:38

Peru? Nun… Peru war anders. Im Prinzip auf alle Weisen. Für mich war es der Start in den südamerikanischen Teil der Unterschiede. Während man am Morgen noch mit heftigster Hitze an der Küste mit ihren windigen Wüsten kämpft, findet man sich am Nachmittag schon von schneebedeckten Bergen auf über 4000 Metern umgeben und packt sich mit all seinen Klamotten gegen die Kälte ein. Ganz schön verrückt. Aber inzwischen ist es schon fast normal, den Tag in der Wüste zu starten und ihn tausende Meter weiter oben mit Schnee um sich zu beenden. Die Anden eben…
Peru hat uns das alles nur zum ersten Mal erleben lassen und hat es noch öfter geschafft uns zu überraschen. Lässt mich zusammenfassen, was so alles passiert ist an diesem wunderschönen Ort der natürlichen Großartigkeit.

Peru

…hat eine Küste mit Stränden von hunderten Kilometern Breite. Die Tiefe und enorm windige Wüste startet direkt an der Küste und endet erst, wenn die Berge zu hoch werden. Das hat uns in den ersten Tagen ziemlich heftig erwischt, als wir versuchten nach Lima zu kommen. Mit starken Winden kämpfen, das Bike dagegen lehnen und in der krassen Hitze brutzeln, jedes Mal, als wir für Essen, Wasser oder Sprit anhielten.

Obwohl das Fahren uns ständig herausforderte hatte dieser Teil des Landes bereits die ersten Überraschungen für uns parat. Wir teilten uns beim gen Süden Düsen auf, damit ich Sarah abholen und Alex an genialen Orten surfen konnte.
Überraschend für mich war, dass ich so viele positive Rückmeldungen auf Couchsurfing in dieser gefühlt toten Gegend bekam. Alle halfen mir dabei ein Gefühl für die Gebräuche zu bekommen, mein Spanisch zu verbessern und tolle Freundschaften zu schließen.
Zunächst ohne Internet oder Möglichkeiten des Kontaktes, durfte ich bald einige der freundlichsten und offensten Menschen in zwei Städten entlang der Küste kennenlernen. Mit nur wenigen Stunden zusammen schafften wir es, eine tiefere Verbindung aufzubauen als ich mir hätte vorstellen können. Ich bin extrem froh, diese guten Freunde gleich am Anfang getroffen zu haben, was mich für Peru uns seine wundervollen Menschen begeisterte.

Dann, nach 3 Tagen heftigen Fahrens, erreichte ich Lima und wurde langsamer. So viel langsamer, dass es 3 Stunden dauerte um 5 Kilometer weit zu kommen. Ich würde nicht sage, dass es der schlimmste Verkehr ist den ich je gesehen habe ( Nairobi führt noch immer die Liste an mit reichlich minütlichen Möglichkeiten sein Leben zu verlieren) aber es war auf jeden Fall der langsamste und nervigste. Denn es gibt keinen Weg drum herum! Die Stadt ist so geplant, dass man am Verkehr nicht vorbei kommt. Alles führt zum Zentrum und jeder scheint zu jeder Zeit dort hin zu wollen. Zudem kam ich zur Rush Hour an, woraufhin mein Handy, mein Bike und mein Körper überhitzten bis ich endlich das veggie Restaurant fand das ich gesucht hatte, direkt neben der Parkour Halle. Dort traf ich einige super starke Jungs, bereit loszulegen, mir Ihre Hammer Spots zu zeigen. Tolle Session, starke Gespräche und echt spaßig eine so lebendige Community mit starker Philosophie zu sehen.

Nach dem Training ging es wieder nach Norden um einen weiteren Couchsurfer zu treffen, bei dem ich ein paar Tage blieb um Sarah abzuholen und mit ihr noch eine Nacht dort zu bleiben. Großartige Gastfreundschaft, ein starkes Interesse an deutscher Kultur und ein guter Geschmack für chinesisches Essen machten die Zeit dort sehr angenehm um in dieser hektischen Stadt mal etwas herunter zu kommen.

Und dann, am Abend des 21. Dezember fuhr ich zum Flughafen um Sarah abzuholen. Wir hatten einander bis dahin für fast 4 Monate nicht gesehen und ich war extrem aufgeregt sie endlich bei mir zu haben nach all der Zeit.
2 Wochen Abenteuer standen bevor. Inklusive Weihnachten und NeuJahr an unbekannten Orten, spaßige und angsteinflößende Fahrten, Hitze, Kälte, Küste, Berge und Jungel. Wir starteten in eine wundervolle Zeit und unseren ersten längeren Trip gemeinsam.

Von Lima aus führen wir direkt in die Berge um Alex und Kate, Boyd und Vanessa zu treffen für ein Weihnachten voller Wandern, perfektem Wetter, Freundschaft und grandiosem Essen.
Verrückte Märkte mit meiner neuen scharf knofi Aji Mischung, Tonnen frischer Früchte und Gemüse machten die kleine Stadt Caraz und die Apu Ecolodge, wo wir unterkamen, zu einem wunderbare friedlichen Ort, um mit den Bikes in die Berge zu fahren und epische Lagunen und Landschaften zu sehen.

Zuerst eine 2 Stunden Kies- und Steinfahrt hoch und noch höher in die Berge, durch riesige Steinschluchten bis auf 4200m um unsere erste türkisene Lagune zu finden, voll mit frischen Gletscherwasser von den nahen Bergwipfeln. Einige davon waren über 6000 Meter hoch, was uns mit den Aussichten und Landschaften völlig überwältigte .

Obwohl die Höhe Sarah ganz schön zu schaffen machte, genossen wir unfassbar schöne Spaziergänge an diesem einzigartigen Ort. Bald ging es zurück hinunter, um mit ein wenig Bewegung und Kochen den Tag ausklingen zu lassen.

Die schneebedeckten, hohen ‚weißen‘ Berge im Norden stehen gegenüber der so genannten ’schwarzen‘ Berge ohne Schnee im Süden. Am nächsten Tag fuhren wir also rauf, die weniger hohen doch nicht weniger eindrucksvollen Straßen entlang auf der anderen Seite des Tals. Winzige Farmen und Dörfer auf dem Weg nach oben, riesiger blühender Kaktus oben und auf dem Weg nach unten. Super schöne Straßen durch verrückt farbige Steinformationen, welche wir hier nicht zum letzten Mal finden sollten.

Nach den Weihnachtsfeierlichkeiten, Geschenken und Skype nach Hause, waren wir alle 6 bereit eine weitere beeindruckende Fahrt auf den Bikes zu meistern. Hoch zur legendären Laguna 69. Anscheinend eine der am meisten besuchten Lagunen in der Gegend. Es braucht ca. 2 Stunden off road Fahrt und 3 bis 5 Stunden Wanderung um sie zu erreichen. Sarah und ich machten langsam, während die anderen vorauseilten. Wir wollten oben zelten, um mehr Zeit zum Genießen Akklimatisieren zu haben. Wie sich herausstellte war das eine ziemlich gute Idee. Sarah fiel direkt ins Zelt und schlief, als wir auf dem obersten Plateau ankamen, eine knappe Stunde von der Lagune entfernt. Duzende Wanderer liefen an uns vorbei auf ihrem Weg nach unten, während wir uns langsam auf 4000 Meter hoch kämpften. Die Landschaft war einfach unbeschreiblich schön. Angsteinflößende Klänge der abbrechenden Gletscherenden und Lawinen gaben dem Ort einen mystisch zerbrechlichen Touch.

Am nächsten Morgen verließen wir das Zelt, um weiter hoch zur Lagune zu wandern, wobei Sarah noch auf dem Weg aufgrund der Höhe Halt machen musste und ich allein zur Lagune hoch stieg. Oben erwartete mich pure Ruhe und eiskaltes Wasser. Ich ganz allein, die Chance zu schwimmen nutzend.

Diese Wanderung war eine echte Herausforderung. Aber so unheimlich genial! Auf dem Weg nach unten kamen wir wieder an einigen Wanderern vorbei. Zurück zum Motorrad, bereit für die Fahrt raus aus den Canyons in unbekanntes Gebiet.

Um genau zu sein hatten wir die 3 vermutlich anstrengendsten Tage unserer Leben vor uns, insbesondere was die Fahrt und das Wetter betraf. Völlig off road die ganze Zeit, kein Asphalt in Sicht. Tätliche Hitze in unglaublichen Canyons und über Bergetten, für Stunden nichts als tiefen Schlamm, super scharfe Kurven und beeindruckende Sonnenuntergänge. Die zentral-peruanische Bergregion ist so gewaltig und anders als alles andere was wir bisher erlebt hatten. Ein verrücktes Abenteuer mit Stürzen, im Sand rollen, angsteinflößende Klippen und so viel mehr! Aber wir haben es geschafft… nach 3 Tagen und 300km off road, (normalerweise 300-500km pro TAG) die uns und das halbe Bike auseinander nahmen, erreichten wir endlich wieder Asphalt und unseren schnellen Weg zurück in die Zivilisation.

Dort mussten wir uns nun entscheiden, was wir wegen der Zeit anstellen sollten, die wir auf dem Weg durch die Berge verloren hatten. Extrem beeilen um es noch zum Macchu Pichu zu schaffen und mit Kate und Alex zu wandern und danach Sarahs Flug zu erwischen? Oder es ruhig angehen. In den Jungel fahren, Seelöwen an der Küste sehen und die letzten gemeinsame Tage genießen? Jap, das klingt besser.

Auf in den Jungel!
Cool kurvige Straßen durch Wälder und Farmen, die Berge hinunter und in den immergrünen Jungel hinein. Oxapampa war unser Ziel, was sich als eine der deutschesten, ja – deutschesten! Städte der Welt herausstellte. Jede Straße hat einen deutschen Namen, die meisten Häuser sind in deutschem Stil errichtet,… echt surreal. Von Oxapampa nahmen wir einen Bus in den angrenzenden Nationalpark, um Silvester allein im Urwald zu verbringen.

Verrückte off road Fahrt (echt froh mal vom Bike unten zu sein) ließ uns mitten im Nirgendwo raus, ein paar Häuser und eine einzige Person für duzende Kilometer. Er half uns herauszufinden, was es alles tolles zu erleben gab, gab uns Tee und Unterkunft und nahm uns mit auf eine Nachtwanderung durch den Wald am Silvesterabend. Tolle Sachen gabs zu sehen, einiges verrücktes Nachtgetier und ein lustiger Abend mit Trauben als peruanische Tradition in der Nacht.

Wir blieben lang wach, schliefen ein, verschliefen Mitternacht und genossen etwas verspätet unser erstes Silvester zusammen! Allein im Jungel. Eine weitere Urwald Wanderung am nächsten Morgen, heftige Pfade hinab bis wir später nach Oxapampa zurücktrampten mit einem super netten Pärchen in ihrem Pick-up Truck.

Danach den Jungel hinter uns lassend, hatten wir die Berge und die Küste wieder vor uns. Aber wenigstens war es komplett Asphalt. Wir überquerten die Anden in einem halben Tag, kamen in einem lieblichen kleinen Hostel unter und aßen fantastische Veganer Pizza!

Von dort hielten wir noch an einigen genialen Stränden, nahmen ein Boot hinaus um Seelöwen und gigantische Vogelschwärme auf galapagosartigen Steinformationen zu sehen.

Ein weiterer Halt um am Strand mit tollen Wellen zu campen, in einem kleinen Paradies namens Puerto Inca, vor der letzten Etappe nach Arequipa.Die Küste entlang und wieder die Berge hinauf.

Dort verbrachten wir die letzten gemeinsamen Tage zusammen, genossen und erkundeten die Stadt mit verwirrendem Verkehr, fanden veggie Reataurants, kochten für unsere Gastgeber und verabschiedeten uns am Flughafen am letzten Tag.

All das fühlte sich an wie ein Trip außerhalb des Trips. So losgelöst von allem das bisher geschehen war, super neu und anders, ein wenig wie in einem Traum.

Das nun hier in der argentinischen Wüste zu schreiben, fühlt es sich im Vergleich zum Rest wirklich wie ein Traum an. Aber so wunderschön und unvergesslich. Einfach großartig. Ich bin froh, dass du hier warst, es wird toll wieder beisammen zu sein.

Vom Flughafen Arequipas fuhr ich direkt zum Titicaca See um Kate und Alex wieder zu treffen und gemeinsam über die Grenze nach Bolivien zu fahren.
Auf dem Weg sah ich einen krassen Autounfall der mich noch immer ziemlich mit nimmt. Enorm froh, dass ich 5 Minuten zu spät war und es verpasste, mit Schnee und toten Menschen auf der Straße.

Der Titicaca See ist ein toller Ort, perfekt um herunterzukommen und die Flächen Hochebenen dieser Region zu genießen. Ich fand ein Veganer Restaurant in der letzten Stadt vor der Grenze und ein Veganer Hostel(!) in der nächsten Stadt gleich danach. Was für ein grandioses Willkommen in die Region. Der Start in einen weiteren interessanten Teil der Reise, im nächsten Post fortgesetzt.

The country of regional differences

6. Februar 2017 at 0:27

Peru? Well… Peru was different. In all the ways basically. To me it’s been the start into the South-American part of differences. While in the morning you’re fighting the insane heat near the coast with it’s windy deserts, the afternoon might have you staring at snowcapped mountains of over 4000 meters and pack on all your warm clothes to protect you from the cold. Pretty surreal. But by now it has become almost normal to start the day in a desert and finish thousands of meters higher with snow around. The Andes, you know?
Peru simply started all of this off and took us by surprise more than just once. Let me sum up what happened to us in this beautiful place of natural greatness.

Peru

…has literally a coast with beaches of hundreds of kilometers wide. The low and super-windy desert starts directly at the coast and only stops when the mountains get too high. This hit us pretty hard on the first few days, trying to get to Lima. Fighting crazy strong winds, leaning in with the bikes and burning in brutal heat, every time we had to stop for food, water or gas.

Even though the riding was a challenge the whole time, this part of the country already had the first surprises ready for us. We split up hauling down so I could pick up Sarah and Alex could have some of the greatest surf ever.
Surprising to me was that I got many positive replies on Couchsurfing in this hostile place, helping me a lot to get a feel for the customs, get practicing my Spanish and form fantastic friendships.
Without internet or other possibilities of contacting at first, I ended up meeting some of the most kind and selfless people in two different cities along the coast. Only having a few hours together, we managed to connect deeper than I could have imagined it possible beforehand. I’m extremely glad to have met these good friends right off the start, exciting me for more of Peru and it’s wonderful people.

Then, after 3 days of heavy riding I reached Lima and slowed down. Slowed down until it took me 3 hours to get 5 kilometers far. I wouldn’t say it’s the worst traffic I have ever seen (Nairobi still tops my list with plenty of possibilities to lose your life every minute) but it was definitely the slowest and most annoying. Because there is no way around. The city is planned in such a way that you can’t get around the traffic. Everything leads into the center and everyone seems to be going there at all times. Then I ended up in the afternoon rush hour, had my phone, my bike and my body overheat until finally reaching the veggie restaurant I had set out for right next to the parkour gym. There I would meet some super strong dudes, ready to head out and show me their crazy spots. Good sesh, great talks, fun to see a living community with a strong philosophy.
After training I headed up north to meet yet another Couchsurfer with whom I would stay a few nights to pick up Sarah and have her stay there, too. Great hospitality, a strong interest in German culture and a good taste for Chinese food made the stay there a fun one and good to calm down in this crazy hectic city.

And then, on the evening of the 21st of December, I headed to the airport to pick up Sarah. We had not seen each other for almost 4 months at this point and I was super excited to finally have her there with me after all this time.
2 weeks of adventure together were ahead. Including Christmas and New Year in unknown places, fun and scary rides, heat, cold, coast, mountains and jungle. We set out for a wonderful time and our first serious longer trip together.

From Lima we went straight into the mountains to meet up again with Kate and Alex, Boyd and Vanessa for a Christmas full of hiking, perfect weather, friendship and great food.
Crazy markets with my new favorite spicy – garlic Aji composition, tons of fresh fruit and vegetables made the small city of Caraz and the Apu Ecolodge where we stayed a wonderful calm place to head out into the mountains with the bikes to see some epic lagoons and landscapes.

First off, a 2 hour gravel ride up and even further up the nearby hills, passing through massive rocky gorges, up to 4200m to find our first turkois lagoon, full of fresh glacier water from the nearby mountaintops, some of which more than 6000 meters high, forming insanely picturesque landscapes and blowing our minds.

Though the altitude was hard on Sarah’s wellbeing, we enjoyed some gorgeous walks around this unique place, heading back down quite soon for some relaxed movement sessions and calm cooking.

The snowcapped, high ‚white‘ mountains on the northern side of the valley were sitting opposite of another mountain range called the ‚black‘ mountains. So the next day we headed out to enjoy riding around the less high but nonetheless impressive roads on the other side. Tiny farms and villages on the way up, giant blooming cactus up top and on the way back down. Stunning roads through crazy colorful rock formations that we would not encounter for the last time.

After Christmas celebrations, presents and Skypeing home, all 6 of us were ready to tackle another stunning ride on the bikes together. Up to the legendary laguna 69. Apparently one of the most visited lagoons of the region, it takes about 2 hours of driving and another 3 to 5 hours of hiking to get to it. Sarah and I took it slow, letting the rest go ahead on the hike, planning to stay a night near the lagoon with our tent and have more time to enjoy and acclimatize. As it turned out, that was a pretty good decision. Sarah almost collapsed into the tent, straight passing out when we reached the plateau, a mere 1 hour exhausting walk from the lagoon. Dozens of people went past us, making their way down, while we slowly made it above 4000 meters once more.
The landscape was simply amazing. Scary-sounding avalanches breaking off the glaciers above us but safely far away gave the place a mystical feel of fragility.

The next morning we left the tent heading further up to get to the lagoon, where Sarah had to stop for altitude’s sake and let me head on to make the last stretch on my own. Up there waited pure calmness and freezingly cold water, me all by myself, taking the chance to go for a swim.

What a challenge that hike was.. but so incredibly rewarding! The way back down had us pass countless other hikers once again. Heading back to the bike and setting out for the ride out of the valleys, into unknown territory.

In fact, ahead were probably the most challenging 3 days of our lives, especially riding- and weatherwise. Complete off road the whole time, no asphalt in sight. Deadly heat in unbelievable canyons and over mountainranges, for hours and hours nothing but deep mud, crazysharp turns and jawdropping sunsets. The central Peruvian sierra is so vast and different than anything we had ever encountered, a sick adventure with falls, rolling in sand, scary cliffs and so much more! But we made it… after a 3 day 300 kilometer off road stretch (usually 300-500 km per DAY) that took us and half the bike apart, we reached asphalt and our quick way back into civilization.

There we had to decide what to do with the time we had lost making it through these mountains. Rush down damn hard to make it to Macchu Pichu in time to hike up with Alex and Kate and still reach Sarah’s plane leaving from Arequipa? Or chill. Go to the jungle, check out some sea lions at the coast and enjoy the last days we have together? Yeah, that sounds better.

Off to the jungle we went!
Cool curvy roads through forests and farms, down the mountains and into the evergreen jungle. Oxapampa was our goal, which turned out to be one of the most German, yes – German! towns on this planet. Every street had a German name, every shop a German title, most Houses a German look,… it was surreal. From Oxapampa we took a bus into the bordering national park to spend New Years alone in the jungle.

Crazy off-road ride (so glad to be off the bike for once) dropped us off in the middle of nowhere, a few houses and just one person for dozens of kilometers. He helped us figure out what to do there, gave us tea and shelter and took us on a nightwalk through the forest on New Year’s Eve. Cool stuff to be seen, a bunch of crazy nightlife and a fun evening with grapes as Peruvian traditions at night.

We stayed up late, fell asleep, overslept midnight and belatedly enjoyed our first new year together! Alone in the jungle. Another jungle hike the next day, down crazy paths until we hitchhiked back to Oxapampa with a lovely couple in their Pick up truck.

Leaving the jungle behind after this, we had the mountains and coast ahead of us once again. But at least it was all asphalt. We crossed the Andes in half a day, stayed in a lovely hostel in a tiny town and ate fantastic vegan pizza!

From there we took stops at an oasis, went sandboarding and impressive beach places, took a boat out to see sea lions and giant bird swarms on Galapagolesque rock islands.

One more stop camping on the beach to big breaking waves in a little paradise bay named Puerto Inca before the last long stretch to Arequipa. Along the coast and again up the mountains.

There we would spend the last days together, enjoying and exploring the town with its confusing traffic, find veggie restaurants, cook for our hosts and us and say goodbye at the airport on the very last day together.

All this felt like a trip outside of the trip, so disconnected from everything that had happened before, super new and different, a bit like in a dream.

Writing this now, here in the Argentinian desert, it really feels like a dream compared to all the rest. But so beautiful and unforgettable. Simply awesome. I’m so glad you were here, it’ll be great to be united again.

From the airport in Arequipa, I took off straight away to meet Kate and Alex at lake Titicaca and cross the border to Bolivia together.
On the way I saw a massive car accident that still has me scared, super glad I was 5 minutes late to miss it, with snow and dead bodies on the road.

Lake Titicaca is a very nice place, great to calm down and enjoy the flat plateaus of this high altitude region. I found a vegan restaurant in the last town before the border and a vegan hostel (!) in the next town right after it. What a great welcome into the region. The start of yet another interesting stretch of the trip, to be continued in the next post.

A different world

20. Januar 2017 at 15:35

Merry Christmas and a happy new year my friends!

Today, Sarah is coming to Peru and we will be traveling together for a while. I’m extremely excited because we have not seen each other for almost 4 months now. But before this, it’s time to share something special with you all.

Well… I think I’m making it hard for myself to tell great stories. Simply because it’s hard to beat what has already happened. This all shall be a summery, not a comparison though. I want to look back and know that I have experienced amazing things in fascinating places, don’t want to think about where I liked it the most and where the least.

But do you know where it is breathtakingly beautiful?

Ecuador

As a pretty tiny country, especially compared with it’s giant neighbors, it is not holding back in diversity and with natural wonders. From deep amazon jungle in the east, over it’s huge volcanic part of the Andes, down to the white-sanded pacific coast in the west, Ecuador is offering a hell of a lot of adventure and greatness on a small area.

From the Colombian border, where we spent 2 days, we rushed down to Quito, the capital, to bring some calmness into the trip. The plan: 1 week of Quito, learning more Spanish, explore the city and for me: get to know the Parkour community!
Said and done, stayed without the others in a super-funny shared apartment in Quito’s center ‚Latin Brothers House‘, less than 20 minutes from the parkour park, awesome playground with bars and infinite striding possibilities.

4 days of private Spanish course with great exercises and experiences, like the ‚Middle of the earth‘, where I was at the equator once again. On top of that, brutally stiff legs from training, but fun indeed!
It was so great to apply all of the freshly learned Spanish with everyone around me I lived with and from parkour. Learning languages this way just makes so much sense.
Quickly climbed a volcano and with 4696 meters beat my personal height-record, experienced insane cold and formed snowballs out of hail.

All this made the week go by quite fast, while we spontaneously decided to take a detour out onto the Pacific Ocean. To a place that completely took all my imagination of nature, adventure and experiences apart. What follows is incredibly hard to put into words. I will just try to express how it was for me.

Galapagos

Imagine a part of the earth where there are no humans. Where animals and plants can develop far, far away from any kind of civilization, even 1000 kilometers away from the continental main land. This place has a kind of nature completely different from what you could elsewhere experience. Sure, for a few hundred years, humans have been getting more and more involved but there has been a great effort to preserve the pristine nature and it’s inhabitants and limit human contact.

And if you just try to imagine it all without humans, you could easily believe to be on another planet. I’m not kidding, this volcanic landscape with endemic trees and bushes is boosting of life that can simply not be found anywhere else.
I wanted to do a few things while on Galapagos. Seeing animals that are only to be found there or really hard to find anywhere else. Here’s what I had in mind:

– Galapagos Penguins (meeting these fellas at the equator is truely amazing)
– Marine Iguanas, preferably in the water (imagine Godzilla but smaller, about 1 Meter including the tail)
– Blue footed Boobies (on Galapagos endemic birds with blue feet)

I did not expect or hope for more than that.

Even before I had reached the second island, I had already see twice as many natural incredibilities than were on my list.

On Galapagos I snorkeled with turtles, penguins, iguanas, sharks and Manta rays, dived with Hammerheads and Mola Molas (moonfish), climbed volcanoes and admired giant tortuses, explored volcanic landscapes under water and discovered most colorful rarities of the bird kingdom.

Maybe you’d like to see some pictures?

All this (and honestly so much more) happened within a week, during which I also got to enjoy fantastic hospitality and build deep friendships.

Galapagos was certainly one of the most beautiful places I have ever been (see older posts for comparison #Borneo #Bunyunyi #Sumatra) and will always stay in unforgettable memory. There is a vast variety of possibilities to experience these islands. If any of you ever get the chance to go there, let me know, I might join again…

After the islands I went to the amazon to get some more jungle feeling, went rafting with Alex and Kate and bathed in hot springs, to pick up the last highlights on the way down south. Now we are in Peru and are falling for a new country with totally new spectacularities.

See you soon.

Eine andere Welt

26. Dezember 2016 at 0:34

Frohe Weihnachten meine Lieben!

Heute kommt mich Sarah hier in Peru besuchen und wir reisen gemeinsam für eine Weile. Deshalb bin ich wahnsinnig aufgeregt, wir haben uns fast 4 Monate nicht gesehen. Vorher ist es jedoch noch Zeit etwas ganz besonderes mit euch zu teilen.

Puh… ich glaube ich mache es mir selbst ziemlich schwer, grandiose Geschichten zu erzählen. Allein dadurch weil es schwierig ist, das zu übertreffen, was bisher schon passiert ist. Das alles soll eine Zusammenfassung sein, kein Vergleich. Ich möchte zurück blicken und wissen, ich habe unglaubliches an wahnsinnigen Orten erlebt, nicht überlegen müssen wo es mir am meisten, wo wohl am wenigsten gefallen hat.

Aber wisst ihr wo es wirklich berauschend schön ist?

Ecuador

Ein recht kleines Land, gerade gemessen an seinen riesigen Nachbarn, hält sich an Diversität oder Naturwundern keineswegs zurück. Von tiefem Amazonasjungel im Osten, über seine gigantische vulkanbespickte Andenregion, bis hin zur weißbesandeten Pazifikküste im Westen bietet es famos viel Abenteuer und Großartigkeit auf kleinem Raum.
Von der Kolumbianischen Grenze aus, wo wir 2 Tage verbrachten, düsten wir schnurstracks zur Hauptstadt Quito, um mal wieder ein wenig Ruhe in die Reise zu bringen. Der Plan: 1 Woche Quito, Spanisch lernen, Stadt erkunden und für mich: die Parkour Community kennen lernen!

Gesagt getan, allein untergekommen in einer famos spaßigen WG im Zentrum ‚Latin Brothers House‘, kaum 20 Minuten weg vom Parkour Park, geiles Stangengerüst mit unendlichen Stridemöglichkeiten.

4 Tage privater Spanischkurs mit tollen neuen Übungen und Erlebnissen, unter anderem dem ‚Mittelpunkt der Erde‘, wo ich mal wieder den Äquator erleben durfte.
Dazu brutaler Muskelkater in den Beinen, etwas zu viel Gas gegeben gleich wieder beim Training. Aber Spaß hats gemacht!

War super das gelernte Spanisch aus dem Kurs gleich in der WG und mit den Leuten vom Parkour einsetzen zu können. So macht Sprachen lernen einfach am meisten Sinn.
Kurz noch einen Vulkan bestiegen und mit 4696 Metern meinen bisherigen Höhenrekord geknackt, Eiseskälte erlebt und Schneebälle aus Hagelkörnern gemacht.

So ging die Woche recht schnell vorüber, während wir uns spontan entschieden, noch einen Abstecher hinaus auf den pazifischen Ozean zu machen. An einen Ort, der meine Vorstellung von Natur, Abenteuer und Erlebnissen im Leben völlig aus den Angeln gehoben hat. Was folgt ist dermaßen schwer in Worte zu fassen, ich versuche euch einfach rüber zu bringen wie es für mich war.

Galapagos

Stellt euch einen Flecken Erde vor, an dem es keine Menschen gibt. An dem sich Tier- und Pflanzenarten entwickeln können, weit, weit entfernt von jeglicher Zivilisation, selbst 1000 Kilometer entfernt vom kontinentalen Festland. Dieser Ort hat eine völlig andere Natur als man sie sonst erleben kann. Klar, seit einigen hundert Jahren besiedeln auch Menschen die Inseln, doch ist ein enorm großer und guter Aufwand betrieben worden, um die Natur und ihre Bewohne zu schützen und menschlichen Kontakt zu beschränken.
Und wenn man es sich einfach ohne Menschen vorstellt, könnte man glatt glauben man sei auf einem anderen Planeten. Kein Witz, diese Vulkanlandschaft mit endemischen Bäumen und Büschen bestückt, wimmelt nur so vor Leben, das es wo anders einfach nicht zu finden gibt.
Ich habe versucht mir einige Sachen vorzunehmen. Tiere zu sehen, die es nur dort gibt oder die an anderen Orten enorm schwer zu finden sind. Diese Liste sah zu Anfang folgendermaßen aus:

– Galapagos Pinguine (am Äquator auf die Racker zu treffen ist wirklich unglaublich)
– Marine Iguanas, am liebsten im Wasser (stellt euch Godzilla vor, nur in echt und kleiner, ca. 1 Meter lang mit Schwanz)
– Blue footed Boobies (auf Galapagos endemische Vögel mit blauen Watscheln)

Mit mehr hatte ich nicht gerechnet.

Noch bevor ich die zweite Insel erreichen konnte hatte ich doppelt so viele naturelle Unglaublichkeiten erlebt wie meine Liste hergab.

Auf Galapagos bin ich mit Schildkröten, Seelöwen, Pinuinen, Iguanas, Haien und Manta Rochen geschnorchelt, war mit Hammerhaien und Mola Molas (Mondfischen) tauchen, habe Vulkane bestiegen und Riesenschildkröten bestaunt, Vulkanlandschaften unter Wasser erkundet und farbenfrohste Seltenheiten der Vogelwelt entdeckt.

Vielleicht habt Ihr Lust auf Fotos?

All das (und um ehrlich sein noch sehr viel mehr) ist innerhalb einer Woche passiert, während der ich zudem noch grandiose Gastfreundschaft genießen und tiefe Freundschaften schließen durfte.

Galapagos war definitiv einer der schönsten Orte an dem ich jeweils war (siehe ältere Berichte für anmaßende Vergleiche #Borneo #Bunyunyi #Sumatra) und wird mir für immer unvergesslich in Erinnerung bleiben. Es gibt eine riesen Bandbreite an Möglichkeit diese Inseln zu erleben. Sollte jemand von euch einmal die Chance bekommen dort hin zu gehen, gebt mir Bescheid, vielleicht komme ich nochmal mit…

Nach den Inseln habe ich mich noch kurz wild in den Jungel verschlagen um Amazonas zu erleben, war mit Kate und Alex raften und in heißen Quellen baden, um die letzten Highlights auf dem Wege gen Süden noch mitzunehmen.
Nun sind wir in Peru und lassen uns mal wieder auf ein neues Land mit ganz anderen Späktakularitäten ein.

Feiert schön, bis bald.

Memories and experiences combined

15. Dezember 2016 at 21:12

4 weeks in a completely new country, the start into the last big part of the trip on this unknown continent.
And while we get so many new impressions, I can’t help but think that all this looks amazingly familiar. Hey, this looks like… Kenya! And… Laos! Unbelievable! Savanna, mountains and coast. Partly even desert-like while it’s blooming green in the highlands. Dark green hills in the morning with 10 degrees Celsius over 2000 meters, in the afternoon driving through dry corn fields at over 30 degrees in the valleys. A country full of surprises and contrasts:

Colombia.

A great start with diving and hiking through jungles to beaches, the northern coast is a magical place.

Afterwards through proper savanna south, towards the booming cities. First up: beautiful Medellín. We stayed with the parents of Kate’s friend, who helped us learn sooo much more Spanish and showed us around the city. Here, we could just take our time. As much as we wanted. Simply doing nothing for once. Or go train. Or cruise through the mountains. Or stuff myself in vegan restaurants for my birthday.

Medellín was sincerely fantastic. With its cool climate up in the mountains, it gave us a feel for the high region of central Colombia ahead of us. And that’s where I really started to love it. I went on my own for a couple of days, while Kate and Alex flew to the coast. I was up to hike some mountains!
Parque Nacional Natural de los Nevados, south of Manizales, where I couchsurfed again and got to enjoy great hospitality. Nevados means glacier. How awesome is that? Let’s go! Stuck in the mud with the bike on the way, hiking for eeeever through gorgeous landscapes over 4000m and camping at -2 degrees Celcius. Take a look:

After that, we met again on the way to Bogotá, the capital. Again we made fantastic Couchsurfing connections and met newly won friends from the mountains. A couple of nice museums, great street art and amazing vegan burgers! On top of that I found super cheap fruit again. What more do I need to be happy? 🙂 2 mangos, 5 mandarines, 4 bananas, 4 passion fruits. All together for less than 3 US$. What a dream.

Further south we started to really learn about the different faces of the landscape. Cold mountains, hot valleys, deserts, forests and so much to discover!

Seriously another great highlight of the tour. Colombia also has fantastic coffee and delicious food. The people seem to try beating each other in friendliness while we’re repeatedly surprised by natural wonders. Simply amazing.

By now we’re in Ecuador, therefore you can expect a very special episode next.

Erinnerungen und Erlebnisse gekreuzt

13. Dezember 2016 at 13:04

4 Wochen in einem völlig neuen Land, der Start des letzten großen Reiseabschnitts auf einem unbekannten Kontinent.
Und während erstaunlich viele neue Eindrücke und Bilder auf uns einwirken, kann ich kaum aufhören daran zu denken, wie viel davon mir unheimlich bekannt vor kommt. Das sieht doch alles aus wie in… Kenia! Und… Laos! Wahnsinn! Savanne, Berge und Küste. Zum Teil sogar wüstenähnlich, während es in den Hochregionen gerade zu blüht! Tief grüne Hügel am Morgen bei 10 Grad noch auf über 2000 Metern und am Nachmittag fahren wir schon durch trockene Maisfelder bei über 30 Grad in den Tälern. Ein Land voller grandioser Überraschungen und Unterschiede:

Kolumbien.

Ein starker Start mit Tauchen und Wandern durch Dschungel zu Stränden, die Nordküste ist ein wahrer Traum.

Danach durch echte Savannen gen Süden, den Großstädten entgegen. Als erstes auf dem Programm das wunderschöne Medellín. Untergekommen bei den Eltern einer Freundin von Kate hieß es viiieeel mehr Spanisch lernen und gemeinsam die Stadt erkunden. Hier konnten wir völlig entspannt ankommen und uns Zeit lassen. Einfach mal nichts tun. Oder trainieren gehen. Oder durch die Berge cruisen. Oder sich zum Geburtstag den Bauch in veganen Restaurants voll schlagen.

Medellín war wirklich fantastisch schön, mit kühlem Klima in der Höhe gab es uns einen kleinen Vorgeschmack auf die vor uns liegende Bergregion Zentralkolumbiens. Und die hat mir mal so richtig gefallen!! Hier bin ich allein los für ein paar Tage, während Kate und Alex an die Küste flogen und ruhige Zweisamkeit genossen. Für mich hieß es Berge bezwingen!
Parque Nacional Natural de los Nevados, südlich von Manizales, wo ich mal wieder couchsurfen durfte und freundlichste Gastfreundschaft genießen. Nevado heißt Gletscher. Wie stark ist das denn? Auf geht’s! Unterwegs mit dem Bike im Schlamm stecken bleiben, eeeeewig durch genialste Landschaft über 4000m wandern und bei -2 Grad Zelten. Seht selbst:

Danach trafen wir uns wieder auf dem Weg nach Bogotá, der Hauptstadt. Wieder tollste Couchsurfing Bekanntschaften und neu gewonnene Freunde aus den Bergen wieder getroffen. Einige tolle Museen, tolle Straßenkunst und grandioseste vegane Burger :0) zudem hier mal wieder extrem günstige Früchte gefunden. Was brauche ich denn schon viel mehr zum glücklich sein? 2 Mangos, 5 Mandarinen, 4 Bananen, 4 Maracujas für insgesamt umgerechnet 2,50€. Ein Traum!

Weiter gen Süden hieß es die Facetten der Landschaft so richtig kennen zu lernen. Kalte Berge, heiße Täler, Wüste, Wälder und so viel zu entdecken!

Wirklich ein weiteres großartiges Highlight dieser Tour. Kolumbien überzeugt auch mit fantastischem Kaffee und deliziösem Essen. Die Menschen scheinen sich in Freundlichkeit zu überbieten während wir wiederholt von Naturwundern überrascht werden. Einfach toll.

Inzwischen sind wir in Ecuador, damit erwartet euch als nächstes ein ganz besonderer Abschnitt.

Wenn die Zeit still steht… und zugleich davon rennt

31. Oktober 2016 at 16:59

Eine Zusammenfassung über meine Reise in Mexiko

Nach so viel spannenden Abenteuern in den letzten Jahren wird mir immer mehr bewusst, wie viel es bedeutet mitten im Moment zu sein, nichts anderes wahrzunehmen als das was unmittelbar um mich geschieht. Dieser riesige Trip lässt mich das fast jeden Tag erleben. Zugleich scheint es jedoch, als würde die Zeit rasen. Schon seit 2 Monaten bin ich unterwegs, habe 8 Länder besucht und es kommt mir vor als hätte ich erst gestern den Flieger genommen. Die verzogene Wahrnehmung ist Teil der Erfahrung während ich so aktiv unterwegs bin. Und je öfter ich merke, wie schnell die Zeit doch vergeht, desto mehr lerne ich, wie viel es wert ist, die Momente für sich zu genießen.

Ihr wisst… ich träume gern und ich träume viel. Träume von Abenteuern in fernen Regionen und inspirierenden Bekanntschaften an wunderschönen Orten.
All das passiert tagtäglich in meinem Leben. Durch meine Freunde und meine Familie bleiben mir großartige Möglichkeiten offen mich voll auszuleben, Grandioses zu erleben und ein Leben im Glück zu führen.
Mit unglaublichen Abenteuern auf bereits 3 Kontinenten wurden schon viele dieser Träume war. Doch gerade passiert etwas ganz anderes.

Ich befinde mich auf einem Segelschiff in der Karibik und denke darüber nach, was in den letzten 2 Monaten so alles passiert ist.
Dieser Streckenabschnitt ist ein Wendepunkt auf einer Reise, die mich völlig mitnimmt, ganz und gar aufsaugt und regelmäßig ungläubig reflektieren lässt.

Zusammen mit Alex und Kate bin ich gerade unterwegs von Texas zur Antarktis. Wir durchqueren Mexiko und Zentralamerika sowie ganz Südamerika. Wir reisen (hauptsächlich) mit dem Motorrad und versuchen dabei jede Chance auf ein Abenteuer zu nutzen, der wir begegnen.

Hier bin ich nun also, mit zwei wahnsinnig guten Freunden auf einer traumhaften Tour durch unbekannte Kontinente und schreibe, um alles mit euch zu teilen und für später festzuhalten.

Anfang September 2016, nach einiger Vorbereitung von Deutschland aus und gemeinsam in Texas, ging es los Richtung Süden, um das erste uns unbekannte Land kennenzulernen:

Mexiko – bisher das absolute Highlight der Tour für uns alle, hat uns völlig in den Bann genommen. Der Start in eine wunderschöne Sprache, offene, selbstlose und zuvorkommende Menschen, göttlich gutes Essen und Möglichkeiten für Abenteuer in unbeschreiblicher Natur, die meine bisherige Vorstellung völlig sprengten.

Lange, unangenehm gerade Straßen hinter der Grenze gaben uns gleich zu verstehen, wie riesig und weit Mexiko ist, von Küsten über Wüsten und Savannen bis zu Hochebenen, Bergregionen, Urwald und dichten Pinienwäldern.

Jede Person der wir begegneten, jedes Restaurant in dem wir aßen, jede Straße, jeder Wasserfall, jeder Jungel, jeder Strand und jede Cenote zauberte uns frohe Gedanken und ein strahlendes Lächeln ins Gesicht.
Mexiko ermöglicht genau meine Art zu reisen. Alles erinnerte mich an Asien und Afrika zugleich und war doch vollkommen anders.

Um euch ein Gefühl dafür zu geben, wie grandios es war – hier einige Fotos, um es zusammenzufassen.

Ihr versteht also hoffentlich, warum ich jetzt erst schreibe… bisher war es mir nicht möglich, mich loszureißen von Erlebnissen und alles gänzlich zu verarbeiten. Sarah hat mir durch lange Gespräche und Motivation enorm dabei geholfen, die Gedanken und Eindrücke ein wenig klarer werden zu lassen, um es hier festhalten zu können.

Die weiteren Länder folgen bald!

Bitte sendet mir Fragen, ich erzähle gerne noch viel mehr. Persönlich oder im Kommentar, wie ihr mögt.

Borneo – english

8. Juli 2015 at 8:51

Happy birthday Mom!

„First, I am going to spend a week in Sukau at the Kinabatangan river cleaning the forest and planting trees, after that, I’m going diving around Sipadan, the number one diving paradise. After that, climbing Mount Kinabalu (the highest mountain in southeast asia) and last but not least a few days at Gunung Mulu National Park to check out the caves there.“

So much for the plan. Two and a half weeks time to experience Borneo in my known, adventurous way, aiming at the highlights of the region. After Sumatra, I was curious to see what else I could expect here nature-wise.

Wednesday night, 20.5. – Making my way to Kuala Lumpur airport
Thursday, 10 am – Arrival Sandakan airport
1 pm – Arrival at our accomodation in Sepilok
3 pm – Visiting sunbears and orangutans at the rehabilitation center
6 pm – Meeting my co-volunteers to talk about the upcoming week, lead by Mark, the malay programme-coordinator of APE (Animal Projects and Environmental Education).

After this, 4 days of hard work mixed with exciting nature-experience were waiting for us.

Together with James, Ben, Millie, Tiff, Jeff, Nick and Grace, I spent the first 7 days on Borneo in Sukau, a small and lovely fisher’s village at the Kinabatangan, where numerous organisations work on reforestation, nature – and wildlife conservation as well as keeping the palmoil plantages away. Through teaching programmes in schools and ecotourism, they also support the local communities in the region.

APE is mainly doing conservation and reforestation in the „Corridor of Life“, which serves as important habitat for thousands of animal and plant species as well as for dozens migrating between the eastern coast of Borneo and the Sabahan highlands. It’s therefore vital for species conservation and maintenance of the bornean eco-system.

The schedule:
4:45 – alarm – down to the river to get the joints and muscles ready
5:15 – wake up the rest
6:00 – breakfast
6:30 – departure by boat to the planting site
7:00 – Starting to clean newly planted trees off grasses and vines by machete, afterwards planting fresh seedlings.
(Personal treecount: 1x Indonesia, 10x Malaysia)

10:30 am – boatride back
12:30 pm – lunch at and with a family from the village. Amazing food en masse!
4:30 pm – departure by boat for wildlife monitoring

I was able to see 3 monkey species, dozens of insects and reptiles as well as countless bird species that I had never seen before! Using binoculars from the boat, we watched carefully, interpreting and reporting every movement in the forest greens, noting animal positions and studying them carefully. For the more rare or fascinating, we took a longer stop and watched. Beneath those – EVERY DAY – completely wild orangutans (even though „already“ seen on Sumatra, these primates were to be encountered in a very different way here at the river. Completely wild, shy, careful, instinktive, romantic. Quite different to the hairy fellas on Sumatra that are broadly used to humans already.)

Also: Proboscis monkeys https://www.google.com/search?q=proboscis+monkey&espv=2&biw=718&bih=621&source=lnms&tbm=isch&sa=X&ei=icmcVcajIcipuwTAu724DA&ved=0CAYQ_AUoAQ
in incredibly big numbers. Masters of movement and relaxation at the same time. Great creatures!

My highlight of the animal watching: female orangutan building a nest in one of the treetops – in front of a glowing red sunset, she made herself a pillow out of young branches for the night, while her male waited to come over in the next tree.
Unforgettable.

7 pm – dinner, as lunch in the village
10 pm – falling into bed, fully exhausted. But excited for the next day.

One day we spent in the village cooking traditional dishes, learning bananaleaf-origami and playing Malaca (a funny marbel game, apparently also very popular in east africa – hadn’t heard of it before.)

On Thursday the 28th of Mai, I left the diligent volunteer group to continue travel alone. Next stop: Sipadan.

1 day, 3 dives, ultimate diving experience. See for yourselves.

Still on the evening of the diving day, I took a bus from Semporna towards Kota Kinabalu and arrived 8 hours later, at 3 am at the foot of the great Mount Kinabalu. With 4095.2 m claiming to be the highest mountain in southeast asia, he’s towering, surrounded by rainforest, over the hilly plains of Sabah and makes for the most awesome views all the way down to the coast.

Having left in the morning with 2 Swedes (Karl and Oscar, who spontaneously let me join their group), it was going steep and even steeper up the hill. To save the 12 Ringgit fee for a luggage locker, I decided to take my ~12kg backpack with me to the top. That got me sweating. Completely destroyed, we reached the camp at about 2900m in the afternoon. Time to strengthen up and relax to start the last stretch of climbing at 2:30 am the next morning to get to the top in time for sunrise.

Unfortunately, we were the last to leave the camp in the morning. Two and a half hours until sunrise, 1200 meters vertically, partly secured with ropes. Let’s go! Many hikers didn’t make it up in time for sunrise. Were were not beneath them. And the struggle was worth it!

After a killing descent, we took the bus to Kota Kinabalu, Sabah’s capital. Having spent a night there, in the morning I left to make my way to Miri and take a small plane to Mulu and the national park.

There are caves to see and explore in Mulu. Let me wrap up: I spent a total of 5 days in the park, with about 6-8 hours of hiking per day, 5 different caves as well as huge rainfoest stretches all around. One of the caves, we conquered in a 6 hour climb- and squeeze-action with phenominal views and giant chambers inside. Topped up by a 1km swim in the underground river to the exit.
Beautiful moments with great people (Greg, Nick, Luke, Gavie, Emily, Adrian, Pradum). Most of those in copmlete darkness though. Not on camera but saved as memories.

From Mulu, I went back to Miri to dive one more day off the coast of Sarawak. Super open and friendly people, tons of fun with the people from Co.Co. dive, gorgeous dives with loads of macro! A strong opposite to Sipadan, but nonetheless exciting and inspiring.

On the evening of sunday, the 7th of June, I was back home in Shah Alam.

Next to the amazing natural encounters and the many possibilities to get to know and love the outdoors even more, my trip through Borneo was especially great because of all the fantastic people I was able to meet on the way. One character more interesting than the last. Loads to learn plus getting inspired.

Now a few pictures to round off this post. Most of them should follow though, as soon as I have collected them all from my travelfriends.

Stay awesome and get inspired!

PS: Ramadan has been on for 20 days now. Fasting from 5:30 am til 7:30 pm. Good challenge, good experience.
PPS: Tomorrow I’m leaving for the big trip through Thailand, Laos and Cambodia. Can’t wait to see more, feel more, learn more and share it with you!

Borneo

18. Juni 2015 at 6:09

Zum Geburtstag – alles Gute Mama!

„Zuerst werde ich eine Woche in Sukau am Kinabatangan Fluss damit verbringen den Wald zu säubern und Bäume zu pflanzen, danach geht es Tauchen um Sipadan, dem Tauchparadies schlechthin, anschließend den Mount Kinabalu (höchsten Berg Südostasiens) besteigen und zu guter Letzt noch in den Gunung Mulu Nationalpark um dort die Höhlen zu sehen.“

Soweit der Plan. Zweieinhalb Wochen Zeit, um Borneo auf gewohnt-abenteuerliche Weise zu erkunden und dabei die Highlights der Region anzugehen. Nach Sumatra war ich gespannt, was mich hier natur-technisch noch erwarten würde.

Mittwoch Nacht, 20.5. – Aufbruch zum Flughafen Kuala Lumpur.
Donnerstag, 10 Uhr – Ankunft Sandakan Airport.
13 Uhr – Ankunft Unterkunft in Sepilok.
15 Uhr – Malaienbären und Orangutans im Reservat zur Rehabilitation besucht.
18 Uhr – Treffen meiner Mitfreiwilligen zur Besprechung der anstehenden Woche unter Leitung von Mark, dem malaysischen Programm-Koordinator von APE (Animal Projects and Environmental Education).

Danach sollten 4 Tage harte Arbeit, gemischt mit spannender Naturerkundung auf uns warten.

Gemeinsam mit James, Ben, Millie, Tiff, Jeff, Nick und Grace (mein Namensgedächtnis ist inzwischen spitzenmäßig gut!) verbrachte ich die ersten 7 Tage auf Borneo in Sukau, einem kleinen, netten Fischerdorf am Kinabatangan, wo zahlreiche Organisationen sich mit der Wiederaufforstung, dem Natur- und Artenschutz sowie dem Fernhalten der Palmölplantagen befassen & dabei die nahe Bevölkerung durch teuren Ökotourismus und Lernprogramme für Schulen unterstützen.

APE kümmert sich vor allem um die Instandhaltung und Aufforstung des „Corridor of Life“, der an den Ufern des Kinabatangan tausenden von Tierarten als Lebensraum, duzenden zur Wanderung zwischen der Ostküste Borneos und dem Hochland Sabahs dient und damit unerlässlich ist zum Artenschutz und der Erhaltung des Ökosystems in Sabah.

Der Ablauf:
4:45 Wecker – runter an den Fluss, den Körper in Schwung bringen
5:15 – die Anderen wecken
6:00 – Frühstück
6:30 – Abfahrt mit dem Boot zur Pflanzstelle
7:00 – Mit Machete und bloßen Händen die frisch gepflanzten Bäume der letzten Freiwilligen von Gräsern und Unkraut befreien, anschließend an ausgewählten Stellen neue Setzlinge pflanzen. (Persönlicher Baumstand: 1x Indonesien, 10x Malaysia)

10:30 – Rückfahrt mit dem Boot
12:30 – Mittagessen bei & mit einer Familie aus dem Dorf. Sagenhaftes Essen in Massen!
16:45 – Abfahrt mit dem Boot zur Naturbeobachtung und Monitoring der Arten am Fluss

3 neue Affenarten, duzende Insekten und Reptilien und zahllose Vogelarten durfte ich in dieser Zeit entdecken! Auf dem Boot mit Ferngläsern Ausschau halten, jede Bewegung interpretieren und melden, Tierarten notieren und genau studieren. Für die wichtigeren etwas länger anhalten und genau beobachten. Darunter JEDEN Tag vollkommen wilde Orangutans (auf Sumatra zwar „schon“ gesehen, waren die Primaten hier am Fluss nochmal völlig anders zu erleben. Wirklich wild, scheu, vorsichtig, instinktiv, romantisch – ganz anders als die bereits weitestgehend an Menschen gewöhnten haarigen Freunde auf Sumatra).
Außerdem Nasenaffen – https://www.google.com/search?btnG=1&pws=0&q=Nasenaffen&gws_rd=ssl
in unglaublicher Zahl. Bewegungs- und Entspannungskünstler zugleich. Fabelhafte Gesellen!

Das Highlight der Tierbeobachtungen: Orangutan-Weibchen am Nestbau – vor einem rotglühenden Sonnenuntergang formte sie sich ein Kissen zur gemütlichen Nachtruhe, während im nächsten Baum ihr Männchen sie zurückhaltend warten ließ.
Unvergesslich.

19:00 – Abendessen, wie mittags bei Dorfbewohnern.
22:00 – Zerstört ins Bett fallen, auf den nächsten Tag freuen.

Einen Tag haben wir im Dorf damit verbracht traditionelles Essen zu kochen, Bananenblatt-Origami zu lernen & Mancala zu spielen (ein witziges Murmelspiel, das wohl auch in Ostafrika sehr weit verbreitet ist, mir in der Zeit dort aber nicht begegnet ist).

Am Donnerstag, den 28.5. verließ ich die fleißige Truppe um allein weiter zu reisen. Nächster Halt: Sipadan.

1 Tag, 3 Tauchgänge, ultimativstes Taucherlebnis. Schaut es euch einfach an.

Noch am Abend der Taucherei bin ich in den Bus von Semporna aus Richtung Kota Kinabalu gestiegen und kam 8 Stunden später, um 3 Uhr morgens am 29.5. am Fuße des Mount Kinabalu an. Mit 4095,2 m als der höchste Berg Südostasiens ausgeschrieben, ragt er, von Urwald überwuchert & nur durch schmale Pfade erschlossen, gigantisch über Sabah auf und bietet die fabelhaftesten Ausblicke bis zur Küste.

Morgens los mit 2 Schweden (Karl und Oscar, die mich spontan mitnahmen), ging es steil und noch steiler bergauf. Um die 12 Ringgit Gebühr für die Gepäckaufbewahrung zu sparen, habe ich Sparfuchs meinen ~12kg Rucksack mit hoch geschleppt. Das hat mich ziemlich kämpfen lassen. Endlos erschöpft am Nachmittag auf ca. 2900 m im Lager eingetroffen, hieß es stärken und neue Kräfte schöpfen, damit wir um halb 3 am nächsten Morgen aufbrechen konnten um die letzten Höhenmeter hinter uns zu bringen und pünktlich zum Sonnenaufgang den Gipfel zu erreichen.

Wir waren blöderweise die letzten, die das Camp am Morgen verließen. Zweieinhalb Stunden bis Sonnenaufgang, 1200 Höhenmeter, teilweise durch Seile gesichert. Na dann los! Viele Wanderer haben es nicht rechtzeitig hoch geschafft um die Sonne aufgehen zu sehen. Wir waren nicht darunter. Und die Anstrengung hat sich gelohnt!

Nach dem zermärternden Abstieg ging es daraufhin mit dem Bus weiter bis nach Kota Kinabalu, der Hauptstadt des Staates Sabah.
Eine Nacht dort verbracht, am nächsten Morgen weiter nach Miri & von dort mit der Propellermaschine nach Mulu, in den Nationalpark.

In Mulu gibt es Höhlen zu sehen und zu erkunden. Ich fasse zusammen: Insgesamt 5 Tage im Park; ca. 6-8 Stunden Wanderung pro Tag; 5 verschiedene Höhlen sowie extrem viel Urwald besichtigt & bewandert, eine der Höhlen in einer 6 stündigen Kletter & Durchzwäng-Aktion voller wahnsinniger Aussichten und gigantischer Kammern im Inneren, am Ende noch 1 km schwimmen im Höhlenfluss bis zum Ausgang.
Extrem schöne Momente mit tollen Leuten (Greg, Nick, Luke, Gavie, Emily, Adrian, Pradum). Die meisten davon jedoch in fast völliger Dunkelheit, im Gedächtnis, doch nicht auf Kamera.

Von Mulu aus ging es dann zurück nach Miri, um noch einen Tag vor der Küste Sarawaks tauchen zu gehen. Fabelhafte Gastfreundschaft & extrem viel Spaß mit den Leuten vom Co.Co. dive center in Miri, wunderschöne Tauchgänge mit wahnsinnig viel Makro-Leben. Ein starker Gegensatz zu Sipadan, doch nicht weniger aufregend und begeisternd.

Am Abend des Sonntag, 7.6. kam ich dann wieder zu Hause an.

Neben der aufregenden Natur und den vielen verschiedenen Möglichkeiten sie kennen und lieben zu lernen, hat mir der Trip durch Borneo vor allem wegen den fantastischen Leuten gefallen, die ich unterwegs treffen durfte. Eine Persönlichkeit interessanter als die nächste, viel zu lernen und Inspiration zu sammeln.

Jetzt noch ein paar Fotos um die Sache abzuschließen. Die meisten guten werden noch folgen, sobald ich sie alle von den Reisefreunden eingesammelt habe.

Bleibt gut drauf und lasst euch mitreißen!

PS: heute startet Ramadan. 1 Monat fasten zw. 5:30 am und 7:30 pm. Ich werde versuchen es durch zu ziehen. Ihr werden davon hören!

Abenteuer Sumatra // Orangutan Stories

3. Mai 2015 at 5:14

– english version below –

Freitag, 17.4., 21:45. Draußen tiefste Finsternis, durchbrochen von plötzlich aufleuchtenden Motorradscheinwerfern.
Mein Kopf schlägt oft und ungleichmäßig gegen das Fenster des stickigen Buses. Völlig erschöpft von über 12 Stunden Transport bis hierher versuche ich verzweifelt, mit meinem Rucksack auf dem Schoß einzuschlafen, um die Zeit schneller vergehen zu lassen.
2 Stunden später endlich da.
Wo? An der Grenze zum wohl tiefsten Urwald den ich bisher betreten durfte. Mitten auf Sumatra, weit abgelegen von Luxus und Zivilisation.
Falsch gedacht. Was uns hier erwartet hätten wir uns selbst nicht ausgemahlt. Wunderschön eingerichtete und saubere Zimmer warten auf uns, um sofort nach einem fantastischen Mahl (nasi goreng sayur) in die Federn zu fallen.

Uns? Unterwegs war ich mit Steffen. Der coolsten weißen Socke, der ich hier bisher über den Weg laufen durfte. Masterstudent Water Resources aus Stuttgart, Abenteuerer und Entdecker im Herzen.

Apropos Abenteuer – gleich nach einer heftig von Regenlärm gestörten Nacht ging es los in den Regenwald.
Erste Station: Orangutan Fütterungsplattform. Sehr richtig. Sehr geil!

"Mina"

Jap, der Fuß ist wirklich da oben.

Danach mit Guide Adi tiefer in den Jungel. Eingeschmiert mit zerriebenen, intensiv und gut riechenden Blättern einer tropischen Ingwerart, wollten auch die Moskitos nichts mehr von uns wissen.

Während wir an der Plattform den Blick noch mit ca. 20 anderen Teilen mussten, durften wir schon kurz darauf einige Primaten-Familien alleine, aus guter Entfernung, beobachten.
Solch eine familiäre Hingabe & Zärtlichkeit sieht man selbst bei Menschen selten.
Zum Teil war mir, als würde ich einem sehr haarigen Freund dabei zusehen, wie er sich geschmeidig durch die Baumwipfel schwingt, hin und wieder meinen Blick erwidernd, und mir dabei in die Seele schauend.
Wir sind so gleich! Uns so unfassbar ähnlich! Ich konnte meinen Blick kaum ablassen vor Staunen, während wir – schon aus der Ferne riechend – vorsichtig weitere Nester suchten.

Circa 10 Orangutans durften wir an diesem Tag in freier Wildbahn beobachten. Ein unvergleichliches Erlebnis. Mitten im Jungel, mitten auf Sumatra, in Indonesien, in Asien… ich kann es immer noch kaum glauben, dass ich hier bin und das alles erleben darf.

Nach einem weiten und anstrengend Marsch durch die Tiefen des Waldes stießen wir bald auf einen Fluss. Hier schlugen wir unser Lager auf, wurden von Adi und seinem jungen Gehilfen bekocht, genossen den Regen, das frische Wasser, die Luft und das Zusammensein.

Der nächste Tag war entspannter, mit viel Schwimmen und Springen am Fluss und später einer spannenden Rafting – Tour zurück zum Ausgangsort unserer Wanderung vom Vortag.

Spontan entschieden bestiegen wir den nächsten Bus nach Berastagi. Beladen mit einem Duzend Bananen waren wir gerüstet für die 6 stündige Fahrt in die kleine Stadt. Um 23 Uhr im Hostel (planlos, der Busfahrer lies uns einfach an irgend einem Guest House raus) hieß es schleunigst ins Bett, da wir superspontan 5 Stunden später aufbrechen sollten, um zum Sonnenaufgang auf einen naheliegenden Vulkan namens Sibayak zu steigen. Eine Stunde Wanderung mit Guide Polo im Dunkeln, rein optisch keine Ahnung wo wir uns befanden, bis die Sonne die Welt erhellte.

Es hat sich gelohnt.
Seht selbst:

Umgeben von frischem Schwefeldampf und unglaublichen Ausblicken in alle Richtungen, ging es später durch den Jungel abwärts zu heißen, stinkenden Quellen zum Baden. Fürchterlich schmerzhaft auf dem Sonnenbrand, doch überaus entspannend für die Muskeln.

Vom Gipfel aus konnten wir vorher noch einen Blick auf einen weiteren Vulkan erhaschen. Sinabung, der aktivste Vulkan in der Region, war mit seinen mächtig aufsteigenden Rauchwolken ein wahrer Augenschmaus.
Und selbstverständlich der nächste Stop unserer Reise!

Aber bekanntlich ist der Weg sehr oft das Ziel. Hierbei absolut ins Schwarze getroffen!

Bus-roof-ride

Die wahnsinns Aussichten auf den gefährlich anmutenden Vulkan aus „nächster“ Nähe waren dann noch das Soja-Sahnehäufchen des Ausflugs.

Ein letzter Hinweis von Polo am Abend im Hostel brachte uns auf die letzte abenteuerliche Tour in der Region, vor dem Aufbruch zurück nach Medan.

Nach knapp über 2 Stunden steiler, steinig – schlammiger Urwaldwanderung kamen wir an einen völlig zugemüllten Ort von unfassbarer Schönheit.

Als „2 colored waterfall“ beschildert und beschrieben kam hier zum einen ein Schwefelwasserfall heruntergedonnert, sowie direkt daneben ein vollkommen klarer Wasserfall. Von Felsen zu Felsen springend, völlig in der Natur aufgehend, erlebte ich hier die Umgebung mal wieder so richtig intensiv.

Danach ging es zurück nach Medan, wo wir Teil einer gigantischen Selfie-Sammlung werden sollten und am nächsten Tag wieder abreisten.

Was ich euch zwischendurch verschwiegen habe: wie die Leute drauf waren. In Indonesien wurde ich extrem nach Ostafrika zurückversetzt. Durch Straßen laufend und durchgehend von Einheimischen angesprochen werdend, teils sehr nett und freundlich, teils mit dem offensichtlichen Versuch Geld von uns zu bekommen.
Außer einer direkten, überaus unangenehmen Auseinandersetzung mit einem aufdringlichen Abzocker, waren alle Begegnungen jedoch wirklich schön. Überall freundlich und offen empfangen, schienen wir zwar immer noch eine ziemliche Seltenheit, doch bekamen wir meistens ein breites Lächeln gezeigt.

Das war Sumatra in Kurzfassung. Mein stärkster Trip hier bisher. Zeit das bald zu toppen! …Borneo wartet.

Macht’s gut und bleibt großartig!

Friday, 17th April, 9:45 pm. Deepest darkness outside, lit only by sudden flashes of motorbike lights.
My head is beating often and unsteady against the window of the fuggy bus. Completely exhausted from over 12 hours of transport up to here, I tried desperately to fall asleep with the backpack on my legs, to have the time pass by more quickly.
2 hours later we finally arrived.
Where? At the border to the probably deepest jungle that I have ever dared to enter. In central Sumatra, far away from luxury and zivilisation.
Wrong! What awaited us here, we did no expect. Beautifully furnished and clean rooms, to instantly fall asleep right after a fantastic meal (nasi goreng sayur).

Us? This trip I shared with Steffen. The coolest whitebread I have met here so far. Master student water resources from Stuttgart, adventurer and explorer in his heart.

Talking of adventure – right after a very rainy night, we took off for the rainforest.
First stop: Orangutan feeding platform. That’s right. Awesome!

"Mina"

Yep, that foot is really up there.

After that, deeper into the jungle with guide Adi. Covered in natural insect repellent made from the grinded leaves of a special ginger species, even the mosquitos didn’t bother.

While sharing the view with about 20 others at the platform, soon we were able to see numberous primate families all alone, from a safe distance.
Such a loving family behaviour and endearment is seldom to be seen even in humans.
I felt like I was watching a hairy friend, smoothly swinging through the treetops, sometimes looking back at me and directly into my soul.
We share so many features! Are so unbelievably equal! I could hardly look away while we looked for more nests, smelling them from far.

We spotted about 10 wild urangutans that day. An unforgettable experience. In the middle of a jungle, in central Sumatra, in Indonesia, in Asia… I still can’t quite believe that I’m really here and able to experience all this.

After a long, exhausting walk throught the dense forest, we soon hit a river, where we set up our camp and were cooked for by Adi and his young helper. Enjoyed the rain, the fresh water, the air and being together.

The next day was more relaxed. With loads of swimming, diving in the river and an exciting rafting tour back to the starting point of our hike the day before.

Spontaneously hopping on a bus that brought us Berastagi, we were set for the 6 hour ride with a dozend bananas packed in. Reaching the hostel at 11pm (clueless, the busdriver just dropped us off at a random guest house) we went straight to bed after organizing a superspontaneous hike to a closeby vulcanoe named Sibayak that should start 5 hours later.
An hour of hiking with guide Polo and buddy Tim in the dark, optically no clue of our surroundings, until the sun brought the world to light.

Absolutely worth it.
See for yourselves:

Surrounded by fresh sulfur steam and incredible views to all sides, we hiked down through the jungle to hot, stinking springs for a bath. Abnormally painful on the sunburn, but very relaxing for the muscles.

From the summit earlier, we could catch a view on another vulcanoe. Sinabung is the most active vulcanoe in the region. With it’s mighty smokeclowds a true joy for the eyes.
And obviously the next stop of our trip!

But as so often, the way is as important as your destination. 100% true this time!

Bus-roof-ride

The beautiful views of the dangerous seeming vulcanoe from close distance were the very top of this epic day so far.

A last hint from Polo that night took us to the last adventure of this trip, before getting back to Medan.

After just over 2 hours of stoney, slippery jungletrekking, we made it to an incredibly rubbish-strewn place of unbelievable beauty.

Signed and called „2 colored waterfall“, there was a superhigh sulfurwaterfall next to a regular one with fresh water. Jumping from rock to rock, completely thriving in this nature paradise, I was able to experience the surroundings deeply and intensly.
And I planted my first tree! A papajatree it was, my first in a soon to be fast growing collection.

After this, we made our way back to Medan, where we were involved in a giant selfie collection and left Sumatra the day after.

What I didn’t tell you in between: how the people behaved towards us. In Indo, I was set back to east Africa completely. Walking through the streets, approached by locals all the time, most nice and helpful, some with the obvious attempt to get money from us.
But apart from one very uncomfortable confrontation with a disturbing snatcher, all encounters were very nice. Warmly welcomed everywhere, we still seemed like rare-to-be-seen creatures but were smiled at from everyone with a large grin.

This was Sumatra in short form. My greatest trip so far. Time to top that soon! …Borneo awaits.

Take care and stay awesome!